Mauerverband

 - Franz Hart

Binderschicht stößt gegen Läuferschicht // Pfeiler mit kreuzförmigem Querschnitt // Abgeschrägter Eckläufer // Stumpfe Mauerecken // Vereinfachter Mauereckverband // Vereinfachte Pfeilerverbände mit Drehung um 180° // Vereinfachte Pfeilerverbände mit Drehung um 180° // Mauerenden, Anschlüsse, Pfeiler // Mauerenden // Mauerecken // Anschlüsse // Kreuzungen // stumpfe Ecken // Pfeiler mit quadratischem Querschnitt // Pfeiler mit polygonalem Querschnitt

Mauerverband
19 Binderschicht stößt gegen Läuferschicht // 20 Pfeiler mit kreuzförmigem Querschnitt // 21 Abgeschrägter Eckläufer // 23 Stumpfe Mauerecken // 24 Vereinfachter Mauereckverband // 25 Vereinfachte Pfeilerverbände mit Drehung um 180° // 26 Vereinfachte Pfeilerverbände mit Drehung um 180° [Anm. der Red.]

Die besonderen Verbandregeln für die Ausbildung der Endigungen und Anschlüsse im Mauerkörper sowie für Pfeiler und Schornsteine leiten sich aus der Grundregel ab, wonach die Fugen von Schicht zu Schicht versetzt sein sollen.

Für die Mauerenden (a) gilt: Das Ende der Läuferschicht besteht aus 3/4-Stein-Läufern in der ganzen Mauerdicke. Die Binderschicht endet mit je zwei 3/4-Stein-Bindern an beiden Seiten; soweit zwischen den Eckbindern noch Raum verbleibt – also bei Mauerdicken von 2 Stein aufwärts – wird dieser mit ganzen Steinen parallel zur Mauerflucht ausgefüllt (A1, f). Dieser schulmäßige Mauerendverband beansprucht eine große Zahl von 3/4-Steinen und ergibt somit viel Verhau; in der Praxis wird meist ein „vereinfachter Verband“ (24) ausgeführt, der weniger Teilsteine benötigt und bei dem die Zwischenfugen auf ein kurzes Stück übereinanderliegen.

Bei Mauerecken (b), Anschlüssen (c) und Kreuzungen (d) ist innerhalb einer Schicht stets der eine Mauerteil als Läuferschicht, der andere senkrecht dazu laufende als Binderschicht ausgebildet. Die Läuferschicht schießt immer durch, die Binderschicht stößt dagegen (19). Einen vereinfachten Mauereckverband zeigt (24).

An spitzen Ecken läßt man die äußere Läuferreihe der Läuferschicht bis zur Ecke durchschießen, die Binderschicht dagegenstoßen. Der Eckläufer muß dabei so behauen sein, daß die äußere Längsseite um 1/4-Stein länger ist als die abgeschrägte Breitseite (22).

Bei stumpfen Ecken (e) geht die äußere Läuferreihe über die Ecke hinweg, in der Binderschicht geht von der inneren Ecke aus eine Stoßfuge durch, die erste Stoßfuge der Läuferschicht liegt 1/4-Stein von der inneren Ecke entfernt. Für stumpfe Mauerecken, die einen Winkel über 135° einschließen, ist der Verband (23) praktischer: Hier stößt die Binderschicht mit einem ganzen Stein an die äußere Ecke, der Eckläufer ist in der Stoßfuge behauen, nach außen liegen nur unbehauene Kanten und Flächen, das fluchtrechte Mauern ist erleichtert.

Bei Pfeilern von quadratischem (f, g), regelmäßig polygonalem (h) oder kreuzförmigem (20) Querschnitt ist der Verband in jeder Schicht gleich, jedoch jeweils um 90° gedreht. Die vereinfachten Pfeilerverbände sind von Schicht zu Schicht um 180° gedreht (25, 26). Rechteckige Pfeiler werden als kurze Mauerstücke behandelt.

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