Bauschäden an Innenwänden
Wenn Innen- und anstoßende Außenwände aus verschiedenem Material bestehen oder aber beim Aufführen der Innenwände kein genügend fester Verband hergestellt wird, so entstehen leicht Risse. Sind die Außenwände oder ein Teil der Innenwände eines Hauses aus massivem Backsteingemäuer, so ist es falsch, dazwischen Trennwände in Holzfachwerk vorzusehen. Auf die Gesichtspunkte, die bei der Ausführung von Holzfachwänden zu beachten sind, wird auf den Seiten 176-180 hingewiesen. Vor allem wurde dabei auf die Schäden aufmerksam gemacht, die durch ungleiches Setzen infolge Zusammenpressung und Schwinden der Hölzer entstehen können. Darüber hinaus ergab eine Kostenvergleichsberechnung, daß Wände in Holzfachwerk nicht billiger sind als 25 cm starke massive Ziegelwände. Es ist daher zu empfehlen, in einem Haus mit massiven Außenwänden auch die Innenwände, vor allem aber die balkentragenden Wände, in Massiv-Konstruktion auszuführen. Der Raumverlust, den die etwas stärkeren Wände verursachen, dürfte in der Regel keine allzugroße Rolle spielen. Er kann sogar unter Umständen vermieden werden, sofern die baupolizeilichen und statischen Voraussetzungen 12 cm starke Massivwände (Kesslerwände) zulassen. Bei der Ausführung sog. Kesslerwände ist es wichtig, die Bandeisenarmierung mit den Außenwänden zu verankern und die Wände im Verband mit den anstoßenden Mauern aufzuführen. Schließen Holzfachwerkswände an massive Wände an, so muß, um Risse möglichst zu vermeiden, der erste Wandpfosten von der Wand abgerückt und die Ausriegelung des ersten Fachs mit demselben Material wie die Außenwände vorgenommen werden, damit ein guter Verband entsteht. Darüber hinaus sind an Pfosten und Riegeln genügend starke Dreikantleisten vorzusehen. Kleinere, leichte Trennwände werden häufig in Bimsplatten oder Gipsdielen ausgeführt. Sind Türen einzubauen, werden die Türgestelle in der Regel aus Rahmenschenkeln hergestellt. Wenn die Platten an den Türgestellen nicht sorgfältig befestigt wurden, können auch hier Putzrisse auftreten. Häufig genügen schon die Erschütterungen durch den Türanschlag, um Risse hervorzurufen. Gipsdielenwände sollten, um ein Abreißen zu verhindern, nicht stumpf angestoßen, sondern in einer ausgesparten Nute eingefügt werden (vergleiche Abb. 26).
Die Ausführung von Balkendecken, das Einmauern von Balken, das Auflatten der Decken usw. wird auf Seite 182-188 eingehend behandelt. Erforderlich ist dabei vor allem, daß das Gebälk genügend Luft hat. Dies ist besonders dann wichtig, wenn auf das Holzgebälk ein Lattenrost, Estrich oder Linoleum verlegt wird, wodurch das Gebälk hermetisch abgeschlossen wird. Die gleichen Vorsichtsmaßnahmen sind auch dann zu empfehlen, wenn das Holzgebälk mit Dachpappe umkleidet, ausbetoniert und darauf ein Plattenbelag verlegt wird, eine Konstruktion, die, wenn irgend möglich, vermieden werden sollte. Von größter Gefahr sind derartige Konstruktionen vor allem dann, wenn nicht genügend ausgetrocknetes Holz verwendet wird, da dann häufig Trockenfäule, ja z.T. sogar Hausschwamm entsteht. Es empfiehlt sich deshalb, in solchen Fällen die Balken mit sog. Falzbaupappe zu umkleiden, die entlang den Balken kleine Luftkanäle bilden. An den Kopfenden der Balkenfache ist für deren Entlüftung durch den Fußsockel zu sorgen (vergleiche Abb. 27 patentierter Ventilationssockel von Bürkle).
