Dachgaube

 - Friedrich Hess

Dachfenster // Schleppgaube // Gaube mit Walmdach

Dachgaube
Dachfenster // Abb. 1. Schleppgaube // Abb. 2. Gaube mit Walmdach [Anm. d. Red.]

Dachfenster

Dachöffnungen in Form von Dachfenstern sollten in Anzahl und Größe auf das Mindestmaß beschränkt bleiben. Sie sollten nur dort angebracht werden, wo sie zur Belichtung und Lüftung und als Ausschlupfmöglichkeit für die Handwerker unumgänglich notwendig sind. Sie können je nach ihrer Ausführung die Schönheit eines Daches sogar als wohltuende Unterteilung und Belebung unterstreichen. Sie können ein Dach aber auch in hohem Maße verunstalten, namentlich durch schlechte Proportionierung, Grobheit, falsche Anordnung und durch schlechte handwerkliche Ausführung. Es ist deshalb wichtig, daß der Ausbildung solcher Öffnungen des Daches besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Am besten schmiegen sie sich in die Dachfläche ein, wenn in Form von „Schleppgaupen“ (Abb. 1) die Dachhaut an den betreffenden Stellen gleichsam emporgehoben und durch die Fensterwand unterstützt wird. Der Winkel zwischen dem Dach und den Gaupendächern soll möglichst klein sein. Diese Art von Luken kommen nur bei Dächern in Frage, die eine angemessene Dachneigung aufweisen.

Auf zwei nebeneinanderliegende Dachsparren werden die Gaupensparren geschiftet, die mit ihrem vorderen Ende auf einem Bohlenrahmen aufliegen oder, wie in Abb. 1, auf einem Rähm aufruhen, das von zwei Stielen getragen ist. Diese Stiele stehen auf einer als Wetterschenkel ausgebildeten Bohle, der Fensterbank (Abb. 1 b). Diese wiederum hat ihr Auflager auf den beiden Dachsparren, in die sie eingelassen ist. Die Seitenwände der Gaupe können verschindelt oder mit Blech abgedeckt werden (Abb. 1 a). Die Traufe muß so weit auskragen, daß das Regenwasser nicht auf die Fensterbank tropft.

Abb. 2 zeigt ein Dachfenster, das mit selbständigem kleinem Walmdach ausgebildet ist. Die Stützen sind mit Blattzapfen an den Dachsparren befestigt (Abb. 2 a). Die Fensterbank ist um sie herum ausgeschnitten. Eine Verkleidung der Stützen ist notwendig, damit das Wasser nicht zwischen sie und die Fensterbank dringen kann. Die Stützen tragen den Pfettenkranz für die Sparren. Das hinterste Sparrenpaar ist auf einen Bohlenschifter geschiftet. Den seitlichen Verschluß des Gesimses bildet eine Stirnlade. Die kreuzweise mit Brettern verschalten Seitenwände können mit Ziegeln oder Schindeln verkleidet werden.

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