Aussenwände von Stahl- Skelettbauten

 - Eduard Jobst Siedler

Stahlgerippebauweise A. Frank, Berlin. Geschütteter Bimsbeton. // Stahlgerippebauweise Dr. Clement, Koblenz a. Rh. Geschütteter Lavabeton.

Aussenwände von Stahl- Skelettbauten
Bild 161 / Stahlgerippebauweise A. Frank, Berlin. Geschütteter Bimsbeton. // Bild 162 / Stahlgerippebauweise Dr. Clement, Koblenz a. Rh. Geschütteter Lavabeton.

Die Ausfachung des Stahlgerippes

Allgemeines über Ausfachungsstoffe

Die Vorschläge hierfür lassen sich in drei Gruppen ordnen, und zwar:

erstens in Vorschläge, bei denen der Stahlgerippebau mit einer Schütt- oder Gußbetonbauweise verbunden, der Stahl also in die Betonmasse eingebettet werden soll;

zweitens in Vorschläge, bei denen das Stahlgerippe mit Steinen oder Platten ausgefacht und hierbei der Stahl mehr oder weniger ummauert werden soll, und

drittens in Vorschläge, bei denen das Stahlgerippe mit den verschiedensten Baustoffen einseitig oder beiderseitig verkleidet bzw. ausgekleidet werden soll.

Die endgültige Klärung der Frage, welcher dieser Vorschläge die meiste Beachtung verdient, ist heute vielleicht noch nicht möglich. Immerhin werden einige Überlegungen diese Klärung vorbereiten können.

Man weiß, daß die Baustoffe Stahl und Kiesbeton in ihren physikalischen und chemischen Grundeigenschaften so aufeinander eingestellt sind, daß sie zusammen einen „Verbund-Baustoff“ - im besten Sinne des Wortes - bilden können. Dieser Verbund-Baustoff, der Eisenbeton, verdankt der restlosen Vereinigung seiner Grundbaustoffe, Stahl und Kiesbeton, Verwendungsmöglichkeiten, die die Welt in den letzten Jahren oft überrascht haben.

Bei der Würdigung dieser Erfolge des Eisenbetons und bei dem Wunsche, dem Stahlgerippebau ähnliche Erfolgsmöglichkeiten zu eröffnen, lag es nahe, auch hier die Verbindung des Stahles und der Füllbaustoffe auf dem gleichen Wege zu suchen. Dies tun auch die Vorschläge, die den Stahlgerippebau mit einer Schütt- oder Gußbetonbauweise verbinden wollen. Sie werden aber auf ihm das Ziel nur dann erreichen, wenn der von ihnen verwandte Beton die Eigenschaften hat, die die Voraussetzungen zu einer solch engen Vereinigung mit dem Stahlgerippe bilden. Das erscheint bei den Leichtbetonen sehr zweifelhaft, am ehesten wird sich von allen Leichtbetonarten der Lavabeton und der Synthoporitbeton zu einer derartig engen Verbindung mit Stahl eignen.

Wenn die Leichtbetone im übrigen wegen ihrer Eigenschaften eine enge Verbindung mit Stahl nicht eingehen können, wird man versuchen müssen, die Außenwand des aus Stahlgerippe und Leichtbeton errichteten Gebäudes so aufzubauen, daß die Baustoffe nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten. Das gewöhnliche Mauerwerk aus Steinen und Mörtel kann auch nicht als ein Verbund-Baustoff betrachtet werden; aber auch hier ist von einem Gegeneinanderarbeiten der Baustoffe nicht die Rede. Die Eigenschaften des Mörtels sind zwar verschieden von denen des Steines, die Druckfestigkeit des Mauerwerks ist geringer als die des einzelnen Steines; aber doch bildet das Mauerwerk einen Baukörper, in dem die Baustoffe, Stein und Mörtel, gemeinsam wertvolle Arbeit leisten.

Im selben Sinne kann auch das Zusammenarbeiten der Baustoffe beim Stahlgerippebau erreicht werden. Diese Möglichkeit wird allerdings gefährdet, wenn die verschiedenen Baustoffe sich bei Temperaturschwankungen grundsätzlich verschieden verhalten. Die Gefahren, die durch dieses verschiedene Verhalten heraufbeschworen werden, können durch Minderung der Wärmeeinflüsse, wenigstens in bezug auf den Baustoff, der ihnen am stärksten unterliegt, verringert werden. Das ist fraglos der Stahl. Der Stahl müßte also durch Umhüllungen mit Dämmstoffen so weit geschützt werden, daß ihn jähe Wärmestandwechsel kaum noch erreichen.

Die Möglichkeit zum Zusammenarbeiten der Baustoffe wird auch durch etwaiges Schwinden einzelner der verwandten Baustoffe gefährdet. Wenn die Wand geschüttet oder gegossen wird, wird mit einem Schwinden des Leichtbetons immer zu rechnen sein. und zwar um so stärker, je mehr Zement und je mehr Wasser zur Betonbereitung benötigt werden.

Wird die Wand aus fertigen Bauteilen aufgesetzt, werden geringe Schwindungen - auch geringe Längenausdehnungen bei Wärmestandsschwankungen - durch die in den Fugen gegebene Federung der Wand ausgeglichen werden können. In diesem Sinne versuchen die oben an zweiter Stelle genannten Vorschläge zur Ausmauerung des Stahlgerippes ein einträchtiges Zusammenarbeiten von Stahl und Füllbaustoffen zu erreichen.

Die an dritter Stelle genannten Vorschläge zur Verkleidung des Stahlgerippes geben die Hoffnung auf eine „Zusammenarbeit“ des Stahles und der Füllbaustoffe auf. Sie trennen grundsätzlich Stahl und Füllstoff und geben beiden Baustoffen getrennt voneinander eigene Bewegungsmöglichkeiten. Diese Trennung läßt sich aber naturgemäß lückenlos nur in der Wand und nicht beim Zusammenschluß von Decke und Wand durchführen. Die Trennung von Stahlstütze und Wandfüllstoff ist aber auch deswegen bedenklich, weil man der Rostgefahr des Stahles und der Gefahr der Schwitzwasserbildung am Stahl schwerer begegnen, auch die Feuersicherheit des Gebäudes schwerer erreichen wird, wenn der Stahl mehr oder weniger frei steht, als wenn er in unverbrennlichen, feuerhemmenden und wärmedämmenden Stoffen fest eingebettet ist.

Der in zementreichem Kiesbeton genügend tief eingebettete Stahl ist vor dem Verrosten geschützt. Wird auf der Baustelle bereits mit Rost überzogener Stahl in zementreichen Beton eingebettet, so bildet sich der Rost sogar zurück. Das trifft aber für den in Mager- oder Leichtbeton oder gar in Mauerwerk mit Kalkmörtel eingebetteten Stahl nicht zu. Ebensowenig ist der Stahl geschützt, der in losen Füllstoffen eingelagert ist oder in Wandhohlräumen steht. Alle diese so eingebauten Stahlteile sind dem Rosten nicht nur durch die bis zu ihnen vordringende Feuchtigkeit der Luft, sondern auch durch das sich an ihnen bei Temperaturgefälle bildende und nicht sofort wieder aufgesaugte Schwitzwasser ausgesetzt. Sie können diesem Angriff nur begegnen, wenn sie sichere rostschützende Anstriche erhalten haben. In Amerika pflegen solche Anstriche vorgeschrieben zu werden.

Eine Feuersicherheit der Stahlgerippebauten ist nur dann gegeben, wenn ihre Stahlteile von schlechten Wärmeleitern glutsicher so ummantelt sind, daß sie auch bei Beschädigungen der Wände nicht freigelegt und ihre Umhüllungen auch bei stärkstem Schadenfeuer und bei Aufspritzen von Löschwasser auf ihre glühenden Teile nicht beschädigt werden können.

Die Wärmedämmung der Wand wird an den Stellen, wo Stahlteile, d. h. sehr gute Wärmeleiter, eingelagert sind, geschwächt. Wenn die Wärmedämmung der Wand überall gleich groß sein soll, muß an diesen Stellen die Schwächung der Wärmedämmung durch den Einbau hochwertiger Dämmstoffe wieder aufgehoben werden.

Ausfachung mit Schütt-Leichtbeton: Gegen die Gußbeton- oder Schüttbetonbauweise spricht - abgesehen von dem bereits erwähnten Schwinden des Betons und der damit zusammenhängenden Gefahr des Auftretens von Schwindrissen - auch die Gefahr der Entmischung des Betongemenges beim Einbringen zwischen die Schalung. Diese Gefahr wird allerdings durch Verwendung der neuen Betonpumpe, die die Torkretgesellschaft auf den Markt gebracht hat, weitgehend ausgeschaltet. Ob die Betonpumpe die Förderung aller Leichtbetonarten gestattet, ist eine offene Frage.

Es erscheint kaum denkbar, daß sich alle Leichtbetonarten für Guß- oder Schüttbetonbauweisen in gleicher Weise eignen. Reiner Bimsbeton dürfte schon wegen der bereits erwähnten Schwierigkeit, die im Bimsbeton vorhandene Feuchtigkeit schnell wieder abzugeben, ausscheiden. Bimskies wird höchstens als Zuschlag zum Kiesbetonmörtel in Betracht zu ziehen sein. Auch die künstlichen Leichtbetone werden wegen der Schwierigkeit, auf der Baustelle die Treibmittel in immer gleichmäßigen Mengen zugeben zu können, kaum in Frage kommen. Es verbleiben dann für die Schüttbetonbauweise die Lavabetone, die Schlackenbetone und solche Leichtbetone, deren Zuschlagstoff ein Gemisch von Lavakies, Hochofenschlacke oder Synthoporit und Sand ist.

Die Schüttbeton- oder Gußbetonbauweise wird erst dann wirtschaftlich sein, wenn das in der Schalung angelegte Kapital mit Sicherheit in der Zeit abzuschreiben ist, in der die Schalung fortlaufend benutzt wird. Das wird um so eher möglich sein, je schneller der Beton abbindet, so daß die Schalung bald wieder an anderer Stelle verwendet werden kann. Die meisten Vorschläge sehen aus diesem Grunde auch Wanderschalungen vor (Bild 161 u. 162). Sehr beachtlich sind auch die Vorschläge, die verlorene Schalungen empfehlen, die nicht entfernt, sondern nach Abbinden des Betons noch als Träger für die Außen- und Innenhaut verwendet werden (Bild 109).

Die Schütt- oder Gußbetonweise wird weiter nur dann wirtschaftlich und auch nur dann technisch einwandfrei sein, wenn die gleiche Betonmischung beim ganzen Bauvorgang verwendet wird.

Die Leichtbetonwand muß vor dem Eindringen von Regen unter Winddruck durch eine Außenhaut geschützt werden. Da Leichtbeton aber nicht dieselbe Ausdehnungszahl wie Kalkputz hat, ist ein einfaches Verputzen mit Kalkmörtel bedenklich. Der Kalkmörtel haftet auch auf der Leichtbetonwand schlecht. Die Leichtbetonwand müßte einen Zementunterputz, gegebenenfalls unter Zusatz von Traß, oder wenigstens eine Zementspritze als Unterlage und darauf einen Edelputz als Außenhaut erhalten, der wahrscheinlich genügende Spannkraft hat, um etwaigen Dehnungsspannungen gewachsen zu sein. Am besten werden Schwindrisse in der geputzten Außenhaut vermieden, wenn die Außenhaut von einem Putzträger, einer Stahlmatte (z. B. Rippenstreckmetall) oder Drahtgewebe, getragen wird, der über die Außenwand gespannt ist. Dies wird immer dann notwendig werden, wenn der Mauerkörper der Wand aus verschiedenartigem Beton zusammengesetzt wird. Allerdings muß der Putzträger in sich gut verspannt und auf seiner Unterlage fest und tragfähig verankert sein, so daß er der starken Belastung durch die Putzhaut auch gewachsen ist.

Ausfachung mit gebrannten Steinen: Der gebrannte Stein schwindet nicht. Er ändert auch bei den in Frage kommenden Wärmestandsschwankungen seinen Rauminhalt nicht, verhält sich also in diesem Punkte anders als der Stahl, dessen Längenänderungen bei diesen Wärmestandsschwankungen schon bemerkbar sind. Der Stahl muß also, da er sich im Bau ebenso verhalten soll wie das Mauerwerk, den Wärmestandsschwankungen entzogen, d. h. genügend tief eingebettet sein.

Es darf weiter gleichmäßig für alle gebrannten Steine angenommen werden, daß sie frostsicher und wetterbeständig sind, daß sie nur eine geringe Saugfähigkeit besitzen, daß sie zwar das vom Wind angetriebene Regenwasser in geringem Umfange aufnehmen, aber auch leicht wieder abgeben. Die meisten gebrannten Steine geben einen guten Grund für Kalkputz ab, sie benötigen also weder innen noch außen einen besonderen Putzträger. Die Putzhaftung kann durch Riffelung der Oberfläche gesteigert werden.

Ob und wieweit sich das aus den verschiedenen gebrannten Steinen hergestellte Mauerwerk für die Stahlgerippeausfachung eignet, wird von der Größe und dem Gewicht, also von der Handlichkeit der einzelnen Steine abhängen, weiter von der Festigkeit und der Wärmedämmung des aus ihnen hergestellten Mauerwerks, wobei die Frage der Fugendichtung eine große Rolle spielen wird. Die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Ausfachungsarten hängt nicht nur von den Kosten, sondern auch von dem Gewicht des Mauerwerks ab. Je geringer dieses Gewicht, um so geringer werden die einzelnen Teile des Stahlgerippes bemessen werden können, um so niedriger werden sich auch die Beförderungskosten stellen. Von einer Brauchbarkeit der verschiedenen Vorschläge für die Ummauerung der Stahlstütze wird nur da gesprochen werden können, wo sich der Stein in seiner Form und Größe den Gegebenheiten leicht einpassen läßt, wo der Grad seiner Teilbarkeit der Wanddurchbildung entspricht, also auch ein gleichmäßiger Arbeitsfluß der Ausmauerung bei Vor-und Rücksprüngen, bei Fensteranschlägen und dergleichen möglich ist. Die wesentlichen Ausfachungssysteme geben die Bilder 163-169 wieder.

Ausfachung mit abgebundenen Steinen oder Platten: Von der Schwindgefahr ist bereits gesprochen. Leichtbeton schwindet in den ersten Wochen der Abbindezeit am meisten; das Schwinden hört nach einigen Monaten auf, um aber bei erneuter starker Durchfeuchtung nochmals - allerdings in begrenztem Umfang - einzusetzen. Da beim Schwinden der Steine usw. Risse entstehen müssen, dürfen nur solche Steine vermauert werden, die schon monatelang vorher hergestellt, vollständig fertig abgebunden und ausgetrocknet sind und ihre Schwindzeit sicher hinter sich haben. Die Schwindgefahr wächst naturgemäß mit der Größe der Steine. Je kleiner die Abmessungen, je mehr Fugen vorhanden, um so größer ist eine gewisse Dehnbarkeit des Baukörpers, und um so kleiner ist die Gefahr, daß Risse durch Bewegungen im Baukörper auftreten. Die Gefahr des Auftretens von Rissen kann durch Einlegen von Längseisen in die Wand zur Aufnahme der Schwindspannungen verringert werden. Die Ausdehnungszahl des Leichtbetons ist nicht dieselbe wie die des Stahles. Der Stahl muß also auch hier so wärmedämmend ummantelt werden, daß er den Wärmeeinflüssen möglichst entzogen wird. Zwar saugen die Leichtbetone kein Wasser aus der Luft an. Wenn aber einmal Wasser in den Leichtbetonstein oder in die Leichtbetonplatte eingedrungen ist, so ist es schwer, es wieder herauszubringen. Ein vorzeitiges Verputzen der Wand, bevor diese gänzlich abgebunden ist und das überschüssige Wasser verdunstet ist, ist daher sehr bedenklich, da der Verputz das weitere Austrocknen der Wand hindern bzw. verlangsamen wird. Der für die Vermauerung der Wand gewählte Mörtel darf nicht den Wert der Wand in wärmetechnischer Hinsicht zu sehr drücken. Es muß also möglichst ein Mörtel genommen werden, der die gleichen physikalischen Eigenschaften wie die Steine hat, z. B. ein Bimsmörtel, Lavamörtel, Synthoporitmörtel oder Gasbetonmörtel.

Über die Außenhaut der aus Leichtbetonsteinen gemauerten Wand gilt dasselbe, was oben über die Wand aus geschüttetem Leichtbeton gesagt wurde.

Jeder Leichtbeton ist mit dem Mauerhammer spaltbar. Sofern die Stützen jedoch nicht durch besondere Formstücke, sondern durch zurechtgehauene gewöhnliche Wandsteine ummantelt werden müssen, besteht die Gefahr, daß die Stütze nach außen hin nur durch kleine Brocken in Zementmörtel verkleidet wird und dadurch die Wand hier an ihrer wundesten und gefährlichsten Stelle am schlechtesten ausgeführt wird. Die wesentlichsten Ausfachungsarten mit abgebundenen Steinen geben die Bilder 170 bis 174 wieder.

Verkleidung des Stahlgerippes mit Platten: Das Stahlgerippe kann auf einer Seite oder auf beiden Seiten bekleidet werden. Die einseitige Verkleidung, die zum Beispiel Regierungsbaumeister Dr.-Ing. Spiegel, Düsseldorf, empfiehlt (Bild 170), hat den Vorteil, daß die Stahlstütze auf alle Fälle den Einflüssen von Wärmestandsschwankungen der Außenluft weniger ausgesetzt ist, da sie von der Außenluft durch die volle Stärke der Außenwand und nicht nur durch einen Bruchteil derselben getrennt ist. Die Durchführung des Spiegelschen Baugedankens setzt voraus, daß zur Verkleidung ein Baustoff gewählt wird, der genügende Druckfestigkeit hat, um die Eigenlast der Wand aufzunehmen. Spiegel läßt die Wand geschoßweise auf den ausgekragten Deckenträgern ruhen. Auch die Möglichkeit wäre zu erwägen, das Stahlgerippe selbst bzw. seine Decken überhaupt nicht mit der Außenwand zu belasten, sondern diese sich in ganzer Höhe selbst tragen zu lassen. Das wird bei einem drei-, ja selbst bei einem viergeschossigen Bau ohne Verstärkung der Außenwand wohl möglich sein. Jedenfalls wird eine auf dieser Grundlage ausgeführte Außenwand vor den Rissen, die durch die verschiedene Ausdehnung des Wandbaustoffes und des Stahles entstehen könnten, geschützt sein, vorausgesetzt, daß beim Anschluß der Decken an die Außenwandfläche Bewegungsschlitze angeordnet werden, die hinter Scheuerleisten und Kehlleisten leicht zu verbergen wären. Ob allerdings die Feuersicherheit auch bei drei- und viergeschossigen Bauten als hinreichend angesprochen werden kann, wenn die hinter der Außenwand stehende Stütze nur mit Streckmetall verkleidet und überputzt und nicht fest eingebettet wird, mag dahingestellt bleiben.

Bei der beiderseitigen Verkleidung des Stahlgerippes ohne Ausfüllung des zwischen den Verkleidungen verbleibenden Hohlraumes können entweder die beiden Verkleidungen miteinander verankert werden oder nicht. Architekt BDA. Koppe, Leipzig, der wohl als erster die beiderseitige Verkleidung mit Steinplatten, und zwar entweder mit gebrannten Steinplatten, den sogenannten Weltsteinen, oder mit abgebundenen Platten, den sogenannten Jurkoplatten, vorgeschlagen hat, verankert beide Schalen durch quergelegte Platten und unterteilt damit den zwischen der äußeren und inneren Verkleidung verbleibenden Hohlraum, was die Wärmedämmfähigkeit der Wand steigern kann (Bild 175). Dr.-Ing. Schmuckler, Berlin, der auf den Anregungen Koppes fußt, versteift noch die Verkleidung durch Rundeisen, die er um die Stahlstützen schlingt, und verbessert so die statischen Verhältnisse der Gesamtbauweise (Bild 176). Bei dem Koppeschen Vorschlage werden die Stützen in der Wand fest eingegossen, bei den Schmucklerschen Vorschlägen stehen sie dagegen frei in dem Hohlraum der Wand und sind mit dieser lediglich in der Weise verbunden, daß die waagerechten Abdeckplatten zahnartig in das Stützenprofil eingreifen und dieses gegen seitliches Ausknicken schützen. Die Rissegefahr dürfte daher beim Schmucklerschen Vorschlag geringer sein als beim Koppeschen Vorschlag.

Beide Bauweisen müssen zur äußeren Verkleidung Platten wählen, deren Wärmedämmung so groß ist, daß in den Hohlräumen Schwitzwasser nicht auftreten kann. Trotzdem müssen die Stützen in beiden Fällen, da immerhin die Möglichkeit besteht, daß Feuchtigkeit durch undichte Fugen oder dergleichen bis zu ihnen vordringt, durch Anstriche vor Rost geschützt werden. Schmuckler überzieht die Stützen mit einem Asphaltanstrich. Ausreichende Feuersicherheit ist gegeben, wenn die verkleidenden Platten feuerhemmend und so stark sind, daß ihre Zerstörung im Brandfalle nicht zu befürchten ist.

Für die Verkleidung werden neben gebrannten und abgebundenen Steinplatten auch Leichtbauplatten vorgeschlagen, die aus organischen Stoffen, Holzwolle, Holzfasern, Zuckerrohrfasern oder Stroh, hergestellt sind. Die Verwendung derartiger Bauplatten schafft mit zunehmender Größe der Platten die Möglichkeit, die Bauzeit zu kürzen. Da zur Verbindung derartiger Platten wenig oder gar kein Mörtel gebraucht wird, nähert sich der Bauvorgang schon stark dem erstrebten Ziele des Trockenbaues. Derartige Bauweisen sind auch als „Winterbauweisen“ anzusprechen. Besondere Schwierigkeiten macht bei den großflächigen Platten vorläufig noch der Fugenschluß. Da die Anzahl der Fugen bei der Größe der Platten klein ist, damit auch die Möglichkeit zum Ausgleich der Spannungen in den Fugen gering ist, müssen die Platten die Spannungen auch selbst aufnehmen können. Die Fugenverbindungen müssen dann die gleiche Festigkeit oder auch die gleiche Spannkraft wie die Platten selbst haben. Die stumpf aneinander stoßenden Solomitplatten (Bild 177) versucht man durch Stahldraht aneinanderzupressen. Bei der Verwendung von Heraklith (Bild 178) und Tektonleichtdielen werden die Fugen durch verlängerten Zementmörtel gedichtet und durch überklebte Jutestreifen oder Fugenklammern noch besonders gesichert.

Die Hersteller geben an, daß die Stroh- und Holzwollplatten kein Wasser aufsaugen. Andererseits empfehlen einige von ihnen einen wasserabweisenden Anstrich des Außenputzes oder überhaupt die Verwendung von wasserabweisendem oder wasserdichtem Außenputz (z. B. Aretz-Putz). 
Das Reißen des Putzes könnte mit einiger Sicherheit verhindert werden, wenn die äußere Verkleidungsschicht mit einem Putzträger (Drahtgeflecht, Staußziegelgewebe, Streckmetall, Rippenstreckmetall, Betondrahtgewebe, Rillenputzgeflecht Dohna oder ähnlichem) nach den oben (Seite 73) bereits erwähnten Grundsätzen überzogen und auf diesem erst der Putz aufgebracht wird. Ein wasserabweisender Putz ist dann unnötig, wenn zwischen Putzträger und Verkleidungsschicht noch ein Sperrstoff eingefügt wird. Amerika kennt und verwendet schon lange im Steeltex einen Putzträger, der mit dem Sperrstoff verbunden geliefert wird und den Durchgang von Feuchtigkeit, Wind und Luftschall durch die Wand abzusperren vermag. Er besteht aus einem verzinkten Drahtgewebe, an das zwei mit Asphalt verklebte Schichten eines wasserdichten Papiers geknüpft sind.

Die Ausführungen der letztgenannten Vorschläge, also die beiderseitige Verkleidung des Stahlgerippes mit Leichtbauplatten, wird nur bei Gebäuden in Frage kommen, die nicht mehr als zwei, höchstens drei Geschosse aufweisen, es sei denn, daß auch hier die Möglichkeit geschaffen wird, das Stahlgerippe selbst fest in Beton einzubetten.

Beiderseitige Verkleidung durch Putzträger und Leichtbetonausfüllung: Von der Gefahr des Schwindens des Leichtbetons, der Gefahr der Entmischung des Betongemenges und der Gefahr nicht genügender Austrocknung wurde schon bei der Behandlung der Guß-und Schüttbetonbauweisen gesprochen. Dort wurde auch darauf hingewiesen, daß die Wirtschaftlichkeit der Schüttbetonbauweisen von den Kosten für die Schalung weitgehend abhängt und sich nur bei Großbaustellen erreichen läßt, bei denen das in der Schalung angelegte Kapital wegen der Häufigkeit der Verwendung der Schalung bald abgeschrieben werden kann. Die in diesem Abschnitt erwähnten Bauweisen versuchten ihre Wirtschaftlichkeit dadurch zu sichern, daß sie Wanderschalungen benutzten. Wie bereits erwähnt, liegen auch Vorschläge vor, verlorene Schalungen zu verwenden, die nicht entfernt werden, sondern nach Abbinden des Betons als Träger für die Außen- und Innenhaut dienen. Da die Einlage eines Putzträgers zwischen Leichtbeton und Putz zur Erreichung einer rissesicheren Außenputzhaut immer zu empfehlen ist, verdienen diese Vorschläge ernste Beachtung. Werden hinter den Gewebematten noch Sperrstoffe eingeschoben, so wird durch diese zwar die Sperrfähigkeit der Wand gegen Wind und Regen erhöht, auch die Schall-und Wärmedämmung der Wand gesteigert, aber das Abbinden des Betons und das Verdunsten des überschüssigen Wassers verzögert. Wird auf den Sperrstoff unter der Außenhaut der Wand verzichtet, so wird eine besondere, gegen Rost schützende Einbettung der Stahlstütze erforderlich.

Die in Bild 179 wiedergegebene Bauweise von Benzinger empfiehlt eine Verkleidung mit Staußziegelgewebematten oder geschweißten Baustahlmatten, die durch Verbindungshaken so gegeneinander ausgesteift werden, daß sie als Schalung dienen können. Eine Verbesserung dieser Bauweise würde dann erreicht werden, wenn die Stahlmatten nicht unmittelbar auf dem Stahlgerippe aufliegen, sondern durch Halteeisen vor die Fluchten des Stahlgerippes vorgeschoben werden, damit später, nach Einbringung des Betons, das Stahlgerippe genügend weit von der Außenhaut entfernt und, im Innern des Leichtbetons gut eingebettet, den Wärmestandsschwankungen der Außenluft entzogen ist.

Verschmelzung der verschiedenen Ausfachungsarten: Bei der Ausbildung der Stahlgerippeaußenwand versuchen einige, die Ziegelwand zur äußeren Verkleidung des Stahlgerippes und als Träger der eigentlichen Außenhaut beizubehalten. Da die Ziegelwand in ihren vielen Fugen weitgehende Ausgleichsmöglichkeiten bietet, gibt sie in der Tat dem Gerippebau eine gute Außenschale, die allerdings ohne Verputz nicht immer wasserdicht ist und infolgedessen die Einschaltung eines besonderen Sperrstoffes verlangt. Ein Eingreifen der Stütze in die Ziegelschale erscheint bedenklich. Hinter dem Sperrstoff wären dann nach innen Bauplatten (Heraklith-, Tekton-, Torfotekt-Platten, Bimsdielen oder ähnliche Platten) anzuordnen, die die eigentliche Wärmedämmung zu übernehmen hätten. Zu beachten ist bei derartigen Wandbauweisen ihr durch die Vollziegelverkleidung bedingtes hohes Gewicht (Bild 180 und 181).

Außerordentlich vielgestaltig sind die Vorschläge, die eine beiderseitige Verkleidung der Stützen und eine Ausfüllung des Hohlraums mit den verschiedensten Dämm- und Sperrstoffen vorsehen. Die Böhler-Stahlbauweise (Bild 183) sieht zwischen den äußeren Bimsdielen und den an der Innenseite der Stütze als Sperrstoff angebrachten Böhler-Stahlpfannenblechen eine Ausfüllung mit Synthoporitleichtbeton vor. Bei einer derartigen Ausführung erscheint die Frage des Abbindens des Betons und des Verdunstens des überschüssigen Wassers ebenso erschwert wie bei der oben erwähnten, von Benzinger vorgeschlagenen Bauweise. Doch verwendet die Böhler-Stahlbauweise auch eine beiderseitige Verkleidung des Stahlgerippes mit Heraklith.

Die Ausfachungsart, die im Bild 182 gezeigt ist, ist in der Weißenhof-Siedlung zu Stuttgart angewandt. Die hier vorgenommene Ausfachung mit Thermoskörpern, die sich nach den bisherigen Beobachtungen gut bewährt hat, stellt eine beachtliche Vereinigung von Sperr- und Dämmstoffen dar. Die Wärmedämmung der Wand wird durch die Thermoskörper, d. h. durch die allseitig abgeschlossenen kleinen inneren Lufträume, stark erhöht.

Es wird nicht immer notwendig sein, den Sperrstoff in die Wand einzulagern, er kann auch als Außenhaut vor die Wand gehängt werden. Eine beachtenswerte derartige Ausführung zeigt die in Bild 184 dargestellte Bauweise, die Gropius auf der Weißenhof-Siedlung in Stuttgart angewendet hat. Die als Außenhaut vor die Stützen gesetzten Eternitplatten bilden einen wasserdichten Außenmantel; die zur Ausfachung verwendeten Korkplatten geben der Wand eine sehr hohe Wärmedämmung, die durch die auf der Innenseite vor die Stützen aufgebrachten Celotexplatten noch erhöht wird. 

Auch für diese Ausfachungsvorschläge gilt dasselbe, was bereits mit Bezug auf die Verkleidungsvorschläge mit Leichtbauplatten gesagt wurde. Auch diese Ausfachungsvorschläge werden ernstlich nur bei der Ausführung von ein- und zweigeschossigen Bauten zu erwägen sein.

Bild 161 / Stahlgerippebauweise A. Frank, Berlin. Geschütteter Bimsbeton. Das Gewicht der unverputzten Wand von 18 cm Stärke beträgt etwa 250 kg/m2. Druckfestigkeit der Wand = 30 bis 100 kg/cm2. Ein Frankscher Stahlskelettbau ist in der Versuchssiedlung in München ausgeführt worden, hat sich aber dort nicht bewährt. Die Wände sind an den Stellen, wo die Stahlteile liegen, und zwar in der Mitte der Stützen, gerissen. Die Stahlstütze ist also sichtlich nicht tief genug eingebettet

Bild 162 / Stahlgerippebauweise Dr. Clement, Koblenz a. Rh. Geschütteter Lavabeton. Gewicht der unverputzten Wand von 19 cm Stärke = 240 kg/m2. Druckfestigkeit der Wand bei dem Mischungsverhältnis 75 Teile Lavakies, 25 Teile Rheinsand mit Hochofenzement im Verhältnis 1:9 = 60 - 80 kg/cm2. Wärmedämmung der Wand ist noch nicht einwandfrei festgestellt. Beton zwischen Drahtschalung, System Dr. Clement, eingebracht

Bild 163 / Ausfachung des Stahlgerippes mit Tuhoziegeln. Tuho-Vertriebsgesellschaft Heinemann & Heise, Berlin-Charlottenburg 4. Abmessungen des Steines 25/12/10,4 bzw. 14,2 cm. Gewicht: Einzelstein 3,2 bzw. 4,8 kg - 1 m2 Mauer (25 cm) unverputzt: 380 kg. Druckfestigkeit: 260 kg/cm2, bezogen auf die ganze Steinfläche. Wärmedämmung bei einer Wandstärke von 25 cm größer als bei einer Vollstein-Ziegelwand von 38 cm. Der Stein, ein Querlochstein, ist gut teilbar in alle zum Verband erforderlichen Größen, auch für Fensteranschläge. Daher wenig Abfall. In neuester Zeit sind die Durchlochungen des Tuhoziegels nach innen stärker zusammengerückt, so daß die äußere Wandung größer geworden ist. Der nur 1/4 Stein starke Schutz der Stahlstütze gegen Temperaturschwankungen wird vielleicht ausreichen. Empfehlenswert wäre eine Anordnung wie die im Bild 165 gegebene

Bild 164 / Ausfachung mit Feifelquerlochsteinen. Ziegelwerk Höffner & Co., Cannstatt. Abmessungen: 25/12/12 cm. Die Wand wird im Läuferverband in Verbindung mit dem Normalformat so gemauert, daß schichtweise abwechselnd der Feifelstein und das Normalformat an der Außenwand liegen. Die Stahlstütze ist aus zwei Winkeleisen zusammengesetzt. Der Anschluß der Ringpfetten wird durch besonders geformte Laschen hergestellt. Die Stütze ist durch einen Viertel-Stein von der Außenluft getrennt

Bild 165 / Ausfachung mit E. H. Z. Gnöth-Braun. Allgemeine Deutsche Ziegel A. G., Berlin W 8. Abmessungen: 25/12/14,2 cm. Gewicht: Einzelstein 4,2 bis 4,9 kg, 1 m2 Mauer 25 cm mit beiderseitigem Putz: 394 kg, unverputzt: 337 kg. Druckfestigkeit: 230 kg/cm2, bezogen auf die Steinfläche. Wärmedämmung bei einer Wandstärke von 25 cm entspricht der einer Vollziegelwand von 38 cm. Die Stützenflansche ist durch Korkplatten abgedämmt und durch Vormauerung eines halben Steines nach außen geschützt. - Der hier wiedergegebenen Ausfachung mit E. H. Z.-Steinen Gnöth-Braun wäre auch die Ausfachung mit anderen Tragsteinen, z. B. die Ausfachung mit E. H. Z. Avan, auch die Ausfachung mit allseitig geschlossenen Steinen (Ageho-Stein, Allzu-Stein) gleichzusetzen

Bild 166 / Ausfachung mit Frewenziegeln. Deutsche Frewenziegel A.G., Berlin W 8. Abmessungen: 25/25/12 cm. Gewicht: Einzelstein: 8,5 kg. 1 m2 Mauer (25 cm): 320 kg. Druckfestigkeit: 150 kg/cm2, bezogen auf kleinsten Steinquerschnitt. Zulässige Druckbeanspruchung: 10 kg/cm2. Wärmedämmung bei einer Wandstärke von 25 cm ist größer als die einer Vollziegelwand von 38 cm. Ausführung der Wand im Läuferverband mit Überbindung der halben Steinlängen. Formsteine für Ecken und Fensteranschläge. Stahlstütze in der hinteren Hälfte der Wand durch 12 cm breiten Halbstein vor der Außenluft genügend geschützt

Bild 167 / Nationalstein. Falzziegelwerke Karl Ludowici, Jockgrim. Abmessungen: 26 cm lang und 20 cm breit, Höhe 13,6 cm in den Außenteilen und 19,5 cm Gesamthöhe. Gewicht: Einzelstein mit großen Lochungen 6,5 bis 7,5 kg. 1 m2 Mauerwerk (20 cm): 224 kg. Druckfestigkeit eines Leichtsteines für Gerippebau (mit großen Löchern) in den Außenteilen 60,5 kg/cm2, bezogen auf den Materialquerschnitt 152 kg/cm2. Wärmedämmung bei einer Wandstärke von 20 cm entspricht der einer Vollziegelmauer von 60 cm Dicke. Spaltbarkeit: Die Teilung des Steins in drei Teile, von denen jeder dem N. F. entspricht, ist durch Anordnung einer Spaltfuge leicht möglich. Stoßfuge bei 19,5 cm Wand auf zwei Drittel der Gesamthöhe des Steins geschlossen. Lagerfuge vollständig unterbrochen

Bild 168 / Bimsschamotte-Stein. Dr. C. Otto & Co., Bochum. Werke Dahlhausen, Bendorf a. Rh. Abmessungen: 29/20/19,5 cm, Gewicht: Einzelstein: 10 kg, 1 m2 Mauer (20 cm unverputzt): 190 kg. Druckfestigkeit (zulässige Beanspruchung): 4,5 kg/cm2. Wärmedämmung einer 20 cm dicken Bimsschamottewand, beiderseits verputzt, entspricht der einer Vollziegelwand von 71 cm Stärke. Die Stütze steht hinter der Außenwand, die auf den auskragenden Deckenträgern ruht. Rippenstreckmetall, das an die Wand genagelt ist, ummantelt die Stütze. Es liegt hier schon ein Vorschlag zur Verkleidung des Stahlgerippes vor. Durch die 29 cm starke, gleichwertig ohne Eiseneinlagen ausgeführte Außenwand ist wenigstens geschoßweise eine homogene Wand geschaffen. Die Gefahr des Auftretens von Rissen ist eingeschränkt, allerdings am oberen Abschluß des einzelnen Geschosses nicht beseitigt. Feuerbeständig ist die nur mit einem Putzmantel umkleidete Stütze nicht

Bild 169 / Mitoko No-Fo-T.-Stein. Mitteldeutsche Ton-und Kohlenwerke, Brandis b. Leipzig. Abmessungen: Platte 25/25/6,5 cm, Steg 12/25/13 cm, Gesamttiefe 19,5 cm. Gewicht: Einzelstein: 5,8 bis 8,6 kg, 1 m2 Mauerwerk (27 cm stark): 240 bis 340 kg. Druckfestigkeit: 67 kg/cm2, bezogen auf die Steinfläche. Wärmedämmung bei einer Wandstärke von 27 cm entspricht der einer Vollziegelmauer von 46 cm. Die Stahlstütze ist durch den 6,5 cm starken Steinflansch geschützt

Bild 170 / Ausfachung mit Bimsbeton-Richtbausteinen. Paul Dahm, Bimsbaustoffwerke, Neuwied a. Rh., und Stahlbau Düsseldorf G. m. b. H., Düsseldorf. Abmessungen: 44/20/19,5 cm. (Fenster-, Eck- und Sturzsteine.) Sturzsteine haben waagerecht durchgehende Hohlräume, die die Eiseneinlagen und den leichtflüssig eingebrachten Beton aufnehmen. Wärmedämmung etwa 20 vH höher als eine gleich starke Ziegelsteinvollmauer. Vgl. im übrigen das Ausfachungssystem Bild 168 und das dort Gesagte

Bild 171 / Ausfachung mit Bimstriolsteinen. Triolstein-Werke G. m. b. H., Frankfurt a. M. Abmessungen: 25/25/15 cm. Der Absatz des Schenkels beträgt 7,5 cm. Gewicht: Einzelstein: 7,2 kg, 1 m2 Mauerwerk (25 cm unverputzt): 230 kg. Druckfestigkeit (zulässige): 5 bis 7 kg/cm2. Wärmedämmung einer 25 cm starken Triolsteinwand entspricht der einer 51 cm starken Ziegelvollwand. Die Stahlstützen sind durch 9 cm starke Bimsplatten vor der Außentemperatur geschützt

Bild 172 / Ausfachung mit Hohlblocksteinen der verschiedenen Leichtbetone. Deutsche Bau-Akt.-Ges. Deutschlandhaus, Essen. Abmessungen: 51/21/25 cm. Gewicht 1 m2 Mauerwerk (25 cm ohne Putz) 180 kg. Wärmedämmung einer 25 cm starken Wand entspricht der einer 51 cm starken Vollziegelwand. Druckfestigkeit (zulässige): 3 kg/cm2. Die von der Deutschen Bau-Akt.-Ges. zum Patent angemeldete Bauart verwendet ein Stützenpaar mit zwischengeschaltetem Dämmstoff, der die Wärmeübertragung von dem äußeren zum inneren Konstruktionsglied vermeiden soll. Formsteine bilden einen Kasten um die tragenden Teile

Bild 173 / Ausfachung mit Gasbetonhohlblöcken (Aerokretsteinen). Torkret G. m. b. H., Berlin SW 48, Hedemannstraße 22. Abmessungen: 20/33,3/60 cm. Gewicht: Einzelstein 42 kg, 1 m2 Mauerwerk (ohne Putz): 225 kg. Druckfestigkeit (zulässige): 6 kg/cm2. Wärmedämmung einer Wand von 20 cm Dicke entspricht der einer Ziegelvollwand von 51 cm Dicke. Mauerung: 
knirsch mit verlängertem Zementmörtel. In die Fugen Rundeisen 8 mm. Aerokretplatten mit Korkeinlagen schützen die Stützen vor zu starken Temperaturschwankungen. Gefahr des Eintretens von Rissen zu beiden Seiten der Stützenverkleidung

Bild 174 / Ausfachung mit Bimshohlblöcken (Remy-Bimsbetonhohlblock). Friedr. Remy, Nachfolger A. G., Neuwied. Abmessungen: Vierkammerstein 50/25/25 cm. Gewicht: Einzelstein 23 kg, 1 m2 Mauerwerk (25 cm) 195 kg. Druckfestigkeit: 26,5 kg/cm2, bezogen auf die Steinfläche. Wärmedämmung einer Wand von 25 cm Dicke entspricht der einer Vollziegelmauer von 58 cm Dicke. Besondere Formsteine, die die Stütze kastenförmig ummantelt

Bild 175 / Verkleidung mit gebrannten Steinen (Weltsteinen). Bauweise Koppe. Deutsche Jurko-Gesellschaft, Leipzig. Abmessungen: 8 X 26 X 44 cm. Gewicht 1 m2 Wand (26 cm mit Putz) 146 kg. Wärmedämmung der 26 cm starken Wand = 46 cm Ziegel. Die hochkant stehenden, verkleideten Platten werden zur Versteifung jeweils durch eine Binderschicht abgelöst. Die Platten werden auch als Bims- oder Schlackenbetonplatten (Jurkoplatten) hergestellt

Bild 176 / Verkleidung mit Platten aus Hocho-Leichtbeton, System Schmuckler. Lieferwerk für die Platten: Berliner Bausteinwerke G. m. b. H., Berlin. Abmessungen der Platten 7 X 25 X 50 cm. Gewicht: 1 m2 Wand 180 kg. Wärmedämmung der 25 cm starken Wand aus Schlackenbeton = 63 cm Ziegel, aus Bimsbeton = 79 cm Ziegel. Der Hohlraum zwischen den Platten ist gleich der Stützenstärke. In Höhenabständen von 50 cm sind die Hohlräume durch waagerechte Abdeckplatten vom gleichen Baustoff abgeschlossen. Die Fugen sind mit Rundeisen in hochwertigem Zementmörtel bewehrt. Dadurch ergibt sich eine bis zu 5 m freitragende Mauer bei sehr geringem Stahlverbrauch. Ausführung hat sich in Haselhorst bei Berlin bewährt (keine Risse)

Bild 177 / Beiderseitige Verkleidung mit Solomit-Platten ohne Ausfüllung. Solomit G. m. b. H., Berlin. Abmessungen: 5(3) X 160 X 300 cm. Gewicht: 1 m2 Wand aus 5 und 3 cm starken Solomitplatten: 24 kg. Wärmedämmung: 5 und 3 cm starke Platten mit 10 cm Hohlraum = 120 cm Ziegel. Die Platten werden an beiden Seiten der Stützen durch Drahtschlaufen befestigt. Solomit kann wie die meisten Platten aus organischen Stoffen unmittelbar verputzt werden

Bild 178 / Beiderseitige Verkleidung mit Heraklith-Platten ohne Ausfüllung. Heraklith A. G., Simbach a. Inn. Abmessungen: 3,5(5) X 50 X 200 cm. Gewicht: 1 m2 Wand aus 2 X 3,5 cm starken Platten: 28 kg. Wärmedämmung: 2 X 3,5 cm starke Platten mit 10 cm Hohlraum = 80 cm Ziegel. Die Platten werden an beiden Seiten der Stütze durch Drahtbügel befestigt. 5 cm starke Platten können unmittelbar verputzt werden. Die 3,5 cm starken Platten erhalten zur Erhöhung der Starrheit und zur Überbrückung der Dehnungsspannungen ein Drahtgeflecht als Putzträger

Bild 179 / Verkleidung mit Staußziegelgeweberahmen oder geschweißten Baustahlmatten (System Benzinger) mit dahinter liegender Dämmatte. Füllstoff: Hüttenbims oder Thermositbeton. Wandstärke 20 cm. Gewicht: 1 m2 Wand mit Füllung: Hüttenbimsbeton 110 kg Thermositbeton 135 kg. Wärmedämmung bei der 20 cm starken Wand mit: Hüttenbimsbeton = 65 cm Ziegel, Thermositbeton = 40 cm Ziegel. An die Stahlstütze werden innen und außen die Putzträger durch Verknüpfung oder Schweißung angebracht. Die beiden verkleidenden Gewebe werden dann durch Verbindungshaken so starr miteinander verbunden, daß sie als verlorene Schalung für die Leichtbetonfüllung dienen können. Die Stütze ist vor den Schwankungen der Außen- und Innentemperaturen nur durch den Putz und die Dämmatte geschützt

Bild 180 / 1/2 Stein starke Ziegelschale als Vorlage für das Stahlgerippe und Putzträger. Dahinter 6 cm starke Tektondiele oder Torfotektplatte zur Erhöhung der Wärmedämmung der Wand. Ed. Dyckerhoff, Torfoleum- und Tekton Verkaufs-GmbH., Poggenhagen. Abmessungen: Ziegel: Normalformat. Tekton: 6 X 50 X 350 cm, Torfotekt: 2,5 X 50 X 200 cm. Gewicht 1 m2 x Wand aus N. F. (1/2 Stein) + 6,5 Tekton = 230 + 10 = 240 kg. Wärmedämmung der 20 cm starken Wand = 81 cm Ziegel. Die Tektonplatten werden mit verzinkten Eisenschlaufen befestigt. Die Stütze ist nach außen nur durch 6,5 cm starkes Ziegelmauerwerk und nach innen durch eine 2,5 cm starke Torfotekt- oder Torfoleumplatte abgedämmt. Die Einschaltung eines besonderen Sperrstoffes hinter der Ziegel-Außenschale würde den Vorschlag verbessern

Bild 181/ 12 cm Verblender als Außenhaut. Dahinter allseitig abgeschlossener Lufthohlraum und Bimsdielen. Wandausbildung: Verblendung mit Ziegelstein in Normalformat 12 cm stark, dahinter Drahtgeflecht mit Sperrstoff, dann Luftschicht, wieder Drahtgeflecht mit Sperrstoff und Bimsdielen 5 cm stark. Gewicht: 1 m2 Wand = 270 kg. Wärmedämmung = 38 cm Ziegel

Bild 182 / Beiderseitige Verkleidung der Stützen mit Teilung des Hohlraumes durch Thermoszellen. Thermosbauweise Pohlmann. Wandausbildung: 5 cm Bimsdielen, 12 cm Thermoskörper, 3 cm Gipsdielen. Gewicht: 1 m2 Wand: 95 kg. Wärmedämmung = 120 cm Ziegel. Wie bei Bild 187 ist eine äußere Verkleidung aus Bimsbetondielen und eine innere aus Gipsdielen gewählt. Zwischen den mit Beton ausgegossenen Stützen sind Thermoskörper angeordnet, die das Durchdringen von Wind, Feuchtigkeit und Luftschall verhindern sowie durch Unterteilung des Luftraumes der Wand eine gesteigerte Wärmedämmung geben. Tatsächlich zeigt die in der Weißenhof-Siedlung in Stuttgart mehrfach ausgeführte Bauweise die erwartete sehr gute Wärmedämmung

Bild 183 / Beiderseitige Verkleidung der Stützen mit Ausschüttung des Hohlraumes. Böhler Stahlbau GmbH., Berlin. Wandausbildung (D. R. P.): 5 cm Bims-oder Synthoporitdielen, 11 cm Leichtbeton aus Synthoporitschlacke, 0,56 mm Pfannenblech, 3 cm Gipsdielen. Gewicht 1 m2 Wand = 170 kg. Wärmedämmung = 56 cm Ziegel. Vor den Stützen liegen als Putzgrund und Dämmstoff 5 cm starke bewehrte Leichtbetondielen. Sie bilden zusammen mit dem als Sperrstoff gegen Durchschlagen von Wind und Feuchtigkeit auf der Innenseite der Stütze angeordneten Pfannenblechen die Schalung für die Füllung mit Synthoporitbeton. Auf der Innenseite der Wand geben 3 cm starke, gut wärmedämmende Gipsdielen einen inneren Schutz der Stütze und den Grund für den Innenputz. Rostgefahr der Pfannenbleche ist nur dann beseitigt, wenn sich Schwitzwasser an ihnen nicht bilden kann. Alle nicht in Beton eingebetteten Eisenteile sind mit Rostschutzmitteln gestrichen

Bild 184 / Beiderseitige Verkleidung der Stützen mit Ausfachung des Hohlraumes. Wandausbildung: 0,5 cm Eternitplatten, 3 cm Luftraum, 8 cm Korkplatte, 3 cm Luftraum, 1,1 cm Celotex. Gewicht: 1 m2 Wand = 27 kg. Wärmedämmung: 150 cm Ziegel. Die von Gropius in der Weißenhof-Siedlung-Stuttgart ausgeführte Verkleidungs-und Ausfachungsart hat sich gut bewährt. Die als Außenhaut verwendeten Eternitplatten überdecken sich in der waagerechten Fuge schuppenartig, während die lotrechten Fugen durch Deckleisten gedichtet sind. Die Eternitplatten, die auf Holzleisten vor die Z-Eisen geschraubt sind, haben nach Untersuchungen der R. F. G. einen vollkommen wasserdichten Abschluß gewährt. Die etwas aufwendige Ausfachung mit Korkplatten ergibt hohen Wärmeschutz. Die innere Celotexverkleidung riß häufig in den Fugen, daher wurden die Fugen nachträglich mit Leisten überdeckt

  • Stroh

    Die Professur für Kreislaufgerechten Holzbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) präsentiert dieses umfassende Nachschlagewerk zum nachhaltigen Bauen mit Stroh. Stroh bietet großes Potenzial für eine klimagerechte Baukultur: Es ist regional verfügbar, kostengünstig, CO2-speichernd und vollständig kreislauffähig. Die Publikation vermittelt Wissen über konstruktive, rechtliche und gestalterische Möglichkeiten auf nachvollziehbare, kritisch reflektierte und praxisnahe Weise. Sie dokumentiert Ergebnisse aus Lehre und Forschung, beleuchtet realisierte Projekte und zeigt konstruktive Prinzipien, Detaillösungen sowie gestalterische Potenziale. Hochwertige Fotografien, Pläne und Grafiken vermitteln die Inhalte anschaulich.