Das anlässlich der olympischen Sommerspiele 1972 errichtete Wohnhochhaus dient seit 40 Jahren als Studentenwohnheim. Den Entwurf von Günther Eckert prägt insbesondere die Plastizität der Sichtbetonfassade. Sie besteht aus Fertigteilrahmen, an denen sich die 801 übereinander gestapelten Wohneinheiten ablesen lassen. Die tragenden Rahmen, basierend auf einem Modulsystem aus Stahlbetonelementen, ermöglichen einen stützenfreien Innenraum und somit flexible Grundrisse. Um den ausdrucksstarken Charakter des 15- bis 19-geschossigen Baus zu bewahren und dennoch den heutigen Anforderungen an Energiestandards und Brandschutzvorgaben gerecht zu werden, wurde im Zug der Gesamtsanierung eine neue Vorhangfassade entwickelt. Eine wärmedämmende Hülle umgibt die gesamte außenliegende Tragkonstruktion. Folglich ist die Loggia dem Wohnraum zugeschlagen, was einerseits Wärmebrücken und Brandüberschlag verhindert, andererseits für das einzelne Apartment einen Raumgewinn von ca. 3 m2 bedeutet. Materialität, Farbe und Fassadengliederung des Bestandsgebäudes wurden aufgegriffen und weitergeführt. Ein neues Rahmenelement aus Leichtbeton ist dem bestehenden Sichtbetonrahmen vorgesetzt. Anstelle der ehemaligen GFK-Brüstung befindet sich nun ein massives, mit Aluminium verkleidetes Brüstungsfeld in Kombination mit einem Fensterelement.
